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TU Berlin

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Tagung Zeit und Nachhaltigkeit

Lupe

Call for Abstracts and Special Sessions

Deadline: 30.11.2020

Call for Abstracts and Special Sessions für die Tagung Zeit und Nachhaltigkeit des Forschungsprojekts Zeit-Rebound, Zeitwohlstand und Nachhaltiger Konsum in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP) und der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW).

21. bis 22. Juni 2021, TU Berlin

Hintergrund und Ziele der Tagung

Das Konzept des Zeitwohlstands wird bereits seit den 1990er Jahren intensiv in unterschiedlichen Disziplinen beforscht und auch in der Gesellschaft zeichnet sich eine zunehmende Sensibilisierung gegenüber der Bedeutung von Zeit als Dimension von Lebensqualität ab. So würden nach einer ver.di-Befragung unter 210.000 Beschäftigten 57% der Befragten eine Verkürzung ihrer Arbeitszeit einer Gehaltssteigerung vorziehen. Mit Maßnahmen wie der Freizeitoption und verkürzter Vollzeit beschreiten die Gewerkschaften neue Wege in der Tarifpolitik. Wie Menschen mit Zeit umgehen, hat dabei vielfältige Konsequenzen für Gesellschaft und Umwelt. Zeitwohlstand und Suffizienz können sich dabei gegenseitig stärken und bedingen, während ein Mangel an Zeit wiederum zu negativen Umwelteffekten führen kann.

Hinter dem Einsatz effizienter Techniken und Praktiken in Arbeitswelt und Privatleben steht meistens die Erwartung, Zeit einzusparen. Trotzdem bleibt oft das Gefühl, insgesamt immer weniger Zeit zur Verfügung zu haben. Ein Grund ist, dass mehr Tätigkeiten in immer kürzerer Zeit und schneller wechselnder Abfolge erledigt werden. Der Einsatz „zeitsparender“ Techniken und Praktiken hat also oft die paradoxe Wirkung, Zeitnot zu erhöhen. Ein solcher Zeit-Rebound-Effekt kann sich wiederum negativ auf die Umwelt auswirken: Ist die Zeit „knapp“, werden schnelle, aber ressourcenintensive Konsumangebote wie Online Shopping und Inlandsflüge attraktiver. Zusätzlich belohnen sich viele Menschen mit dem Kauf von Konsumgütern, um einen Ausgleich zum dichten und belastenden Alltag zu finden. Für die eigentliche Nutzung dieser Dinge fehlt dann wiederum oft die Zeit. Die ungelesenen Bücher oder ungenutzten Fitnessgeräte können die erlebte Zeitnot sogar noch weiter erhöhen, indem sie uns als ungenutzte Möglichkeiten latent unter Druck setzen. Um sich diese Güter leisten zu können, ist ein gewisses Ausmaß an Erwerbsarbeit notwendig: eine Beschleunigungsspirale wird in Gang gesetzt. Allerdings können negative Umwelteffekte auch als Folge von zusätzlicher freier Zeit auftreten, zum Beispiel, wenn Arbeitszeitverkürzungen für ressourcenintensive Hobbies wie das Reisen genutzt werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Rahmenbedingen und Kompetenzen notwendig sind, damit sich Zeitwohlstand in nachhaltige Lebensweisen übersetzt.

Im Rahmen dieser inter- und transdisziplinären Tagung Zeit und Nachhaltigkeit soll die Bedeutung von Zeit für die Nachhaltigkeit des Konsums erörtert werden. Wir wollen einen pluralen Austausch zwischen allen Disziplinen, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Zeit und Nachhaltigkeit beschäftigen und (zeit-)politische Perspektiven sozialökologischer Gesellschaftsgestaltung aufzeigen. Wir laden daher zu empirischen und konzeptionellen Beiträgen und der Einreichung von Special Sessions ein.

Wir begrüßen Beiträge aus verschiedenen akademischen Bereichen wie unter anderem den Sozial-, Politik- und Kulturwissenschaften, Praxeologie, Erziehungswissenschaften, Ingenieurswissenschaften, Umweltpsychologie, Nachhaltigkeitsforschung, Raumplanung sowie Volks- und Betriebswirtschaft. Die Beiträge können auf theoretischen Analysen, Fallstudien, empirischen Untersuchungen, vergleichenden oder vertiefenden Studien beruhen.

Die Tagung stellt zugleich die Abschlusstagung des BMBF-Forschungsprojektes ReZeitKon „Zeit-Rebound, Zeitwohlstand und Nachhaltiger Konsum“ (www.zeit-rebound.de) sowie die Jahrestagungen der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik (www.zeitpolitik.de) und der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (www.voew.de) dar. Die Mitgliederversammlungen finden zum Abschluss der Tagung statt. Gäste sind herzlich willkommen.

Themen

Im Einklang mit den Zielen der Konferenz schlagen wir Beiträge innerhalb von sechs thematischen Linien vor. Auch innovative Beiträge jenseits dieser Strukturierung sind willkommen.

1 Zeit-Rebound-Effekte und die Ökonomie der Zeit

Dieses Thema befasst sich mit den konzeptionellen Grundlagen des Zusammenhangs zwischen Zeitverwendung, Zeitwohlstand und Zeit-Rebound-Effekten (z.B. Rebound-Effekte, Zeitökonomie, Messung von Zeitwohlstand).

2 Umwelteffekte von und Messung der Zeitverwendung

Dieses Thema befasst sich mit der Abschätzung der Umwelteffekte von zeiteffizienten Techniken und Praktiken und der Umweltmodellierung der Zeitverwendung (z.B. Technikfolgenabschätzung, Ökobilanzen, CO2-Footprints, Simulationsmodelle, Eco-Feedback).

3 (Zeit-)Politik für eine nachhaltige Gestaltung von Care

Dieses Thema befasst sich mit Sorgearbeit in ihrer ganzen Vielfalt. Care ist nicht nur systemrelevant, sondern Voraussetzung aller gesellschaftlichen Systeme. Aber Sorgearbeit braucht Zeit – sowohl im professionellen als auch im privaten Bereich. Sorgende befinden sich jedoch durch das Diktat der „Employability“ Aller sowie der Intensivierung und Entgrenzung der Erwerbsarbeit in einer verschärften Krise. Es sollen Wege einer (zeitlichen) Gestaltung und gerechten Verteilung von Care diskutiert werden, die sowohl für Pflegende als auch Gepflegte nachhaltig sind.

4 Betriebliche Zeitpolitik und nachhaltige Lebensführung

Dieses Thema befasst sich mit den Rahmenbedingungen der Arbeitswelt für eine ökologisch nachhaltige Lebensführung der Beschäftigten in ihrer Doppelrolle als Konsument*innen und Mitarbeiter*innen sowie der Gestaltung nachhaltiger Arbeit (z.B. Arbeitszeitmodelle, Betriebliche Zeitpolitik, Tarifpolitik, Nachhaltige Arbeit).

5 Zeitgestaltungskompetenz und Bildung für nachhaltigen Konsum

Dieses Thema befasst sich mit der Rolle und Bedeutung individueller Zeitgestaltungskompetenz für eine am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung orientierten Verwendung der eigenen Zeit sowie der Möglichkeit, den Erwerb dieser Kompetenz zu fördern (z.B. Zeitkompetenz, Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, Schulentwicklung, Forschendes Lernen, Verbraucher*innenbildung).

6 (Zeit-)Politische Perspektiven einer sozialökologischen Gesellschaft

Dieses Thema befasst sich mit Ansätzen integrativer Zeitpolitik aber auch anderer politischer Handlungsfelder, welche die sozialökologische Gestaltung institutioneller Rahmenbedingungen wie auch Infrastrukturen thematisieren (z.B. im Bereich Wohnen, Mobilität, Ausbildung etc.). Ebenso können zu Grunde liegende gesellschaftliche Logiken zur Bedeutung und zum Verständnis von Zeit in modernen Gesellschaften (z.B. Narrative Muster, Zeitmuster und Lebensweisen) zum Gegenstand gemacht werden.

Formate der Special Sessions

Die Special Sessions umfassen 3-4 Präsentationen (in 2 Stunden) mit moderierten Diskussionen zu bestimmten Themen und Debatten, welche die Themenschwerpunkte der Tagung ergänzen.

Zusätzlich zu herkömmlichen Special Sessions, Podiumsdiskussionen und Workshops fördern wir kreative Formate wie

  • Deliberative Formate, wie z.B. Fishbowl. Die Moderator*innen beraten über ein kontroverses Thema und bieten dem Publikum die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen.
  • Co-Creation-Workshops zielen auf die gemeinsame Erarbeitung von Lösungen, neuen Projekten oder Aktivitäten ab, die anschließend umgesetzt werden können.
  • Special Sessions können auch von nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen, Umwelt-NGOs und anderen sozial-ökologischen Organisationen organisiert werden.
  • Politik- und Medien-Pitches. Der Zweck dieser Sitzungsart besteht darin, kritisch darüber nachzudenken, wie Sie politische Entscheidungsträger*innen und Medien von Ihrer evidenzbasierten Botschaft überzeugen können.

Call for Abstracts and Special Sessions

Abstracts for Papers

Bitte reichen Sie ein kurzes Abstract (100 Wörter) und eine erweiterte Zusammenfassung (750 Wörter ohne Referenzen) bis zum 30. November 2020 via ein. Die Einreichungen werden von Fachleuten begutachtet. Als Erstautor*in (Hauptautor*in) und Vortragende*r kann lediglich ein Abstract eingereicht werden.

 

Abstracts for Special Sessions

Bitte reichen Sie ein kurzes Abstract (100 Wörter) und eine erweiterte Zusammenfassung (750 Wörter ohne Referenzen) bis zum 30. November 2020 via ein. In diesem sollten Sie Format, Inhalt und Methode Ihrer Special Session beschreiben. Die Einreichungen werden von Fachleuten begutachtet.

 

Über die Annahme Ihres Abstracts werden Sie bis zum 15. Januar 2021 informiert. Wenn Sie keine Nachricht erhalten haben, wenden Sie sich bitte an .

 

Special Issue Zeitpolitisches Magazin

Das Zeitpolitische Magazin (http://www.zeitpolitik.de/zeitpolitikmagazin.html) wird im Dezember 2021 eine Themenausgabe herausgeben, die aus ausgewählten Beiträgen zusammengestellt wird, die auf der Konferenz in Berlin vorgestellt werden. Alle Papiere, die für eine Präsentation angenommen werden, werden mit einem gezielten Aufruf für die Themenausgabe angesprochen. Die Beiträge werden dem üblichen Überprüfungsprozess der Zeitschrift unterzogen.

Um am Auswahlprozess der Themenausgabe teilzunehmen, reichen Sie bitte bis zum 1. Juni 2021 ein vollständiges Papier Ihres Abstracts ein, das auf der Konferenz präsentiert werden kann. Der Stil, die Wortzahl und andere Anforderungen folgen denen der Zeitschrift Zeitpolitisches Magazin.

Wortlänge: Papiere in voller Länge sollten etwa 15.000 Zeichen inkl. Leerzeichen umfassen und als PDF-Datei angehängt werden.

 

Ansprechpartner

Dipl.-Volksw. Gerrit von Jorck, TU Berlin, Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre, Fachgebiet Arbeitslehre/Ökonomie und Nachhaltiger Konsum

Sekretariat MAR 1-1, Marchstraße 23, 10587 Berlin 
Telefon: +49 (0) 30 - 314 734 66

Programmentwurf

Lupe

Mailingliste sozial-ökologische Arbeits- und Zeitforschung

Über die Mailingliste der Arbeitsgemeinschaft sozial-ökologische Arbeits- und Zeitforschung (https://www.voew.de/zeitpioniere.html) erhalten Sie Updates zur Tagung und Themen der sozial-ökologischen Arbeits- und Zeitforschung:

https://lists.riseup.net/www/info/zeitpioniere-newsletter.

 

Website der Tagung Zeit und Nachhaltigkeit

Aktuelle Informationen erhalten Sie auch auf der Website der Tagung:

https://www.aloenk.tu-berlin.de/menue/tagungen/zeit-und-nachhaltigkeit

Veranstalter

BMBF-Verbundprojekt ReZeitKon „Zeit-Rebound, Zeitwohlstand und Nachhaltiger Konsum“

Research project ReZeitKon „Time Rebound, Time Wealth and Sustainable Consumption”

www.zeit-rebound.de

 

TU Berlin

Fachgebiet Arbeitslehre/Ökonomie und Nachhaltiger Konsum

Prof. Dr. Ulf Schrader, Verbundleitung

Sekretariat MAR 1-1

Marchstraße 23, 10587 Berlin 
Telefon: +49 (0) 30 - 314 788 38
Telefax: +49 (0) 30 - 314 211 20

www.aloenk.tu-berlin.de

 

Leuphana Universität Lüneburg

Institut für Umweltkommunikation (INFU)

Prof. Dr. Daniel Fischer

Universitätsallee 1, C14.111
21335 Lüneburg
Telefon: +49 (0) 4131 - 677 2802

www.leuphana.de/institute/infu.html

 

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe

Geschäftsfeld Zukünfte und Gesellschaft

Dipl.-Ing. Lorenz Erdmann

Breslauer Straße 48
76139 Karlsruhe
Telefon: +49 (0) 721 6809-313

www.isi.fraunhofer.de/de/competence-center/foresight/geschaeftsfelder/zukuenfte-gesellschaft.html

 

Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik

German Society for Time Policy

Prof. Dr. Dietrich Henckel

Holsteiner Ufer 28
10557 Berlin
Telefon: +49-(0) 30 - 393 45 30
Telefax: +49-(0) 30 - 36 40 93 80

www.zeitpolitik.de

 

Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung

Society for Ecological Economy Research

Prof. Dr. Alexandra Palzkill
Prof. Dr. Bernd Siebenhüner

Potsdamer Str. 105
D-10785 Berlin
Telefon: +49-(0) 30 - 884 594-0
Telefax: +49-(0) 30 - 882 54 39

www.voew.de

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