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TU Berlin

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ESD for 2030: Education for Sustainable Unionists

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Capacity Building für ökologische Gewerkschaftspolitik zur Überwindung sozial-ökologischer Zielkonflikte in Gewerkschaften

Projektwebsite: www.oekologische-gewerkschaftspolitik.de

Gewerkschaften und Betriebe stehen inmitten des Zielkonflikts zwischen Arbeit und Ökologie. Auf der einen Seite muss die Produktionsweise in kürzester Zeit klimaneutral gestaltet werden, auf der anderen Seite braucht es Zeit, die betriebliche Mitbestimmung, gute Arbeitsverhältnisse und die Qualifizierung der Beschäftigten auszubauen und an die neuen Produktionsweisen anzupassen. Das Vorhaben widmet sich erstmals den spezifischen Anforderungen von Nachhaltigkeitsdilemmata, wie der sozial-ökologischen Transformation der Produktionsweise bei gleichzeitigem Erhalt guter Arbeit, und den damit verbundenen Unsicherheiten an die gewerkschaftliche Bildungsarbeit. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zu einer gewerkschaftlichen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.

Soziale Sicherheit unter Bedingungen einer Nachhaltigkeitstransformation

Der ökologische Umbau nicht-nachhaltiger Sektoren in Bezug auf Produkte und Produktionsverfahren (u. a. grüner Stahl, E-Mobilität, Wasserstofftechnologie) binnen weniger Jahre stellt eine zentrale Herausforderung und Unsicherheit für die Beschäftigten in den kommenden Jahrzehnten dar – wie die Sicherung von Arbeit und betrieblicher Mitbestimmung in der Green Economy. Mit diesen Dilemmata und Unsicherheiten müssen Gewerkschaften umgehen und Wege finden, wie soziale Sicherheit unter Bedingungen einer Nachhaltigkeitstransformation z. B. durch die Sicherung betrieblicher Mitbestimmung, neue Allianzen oder den Ausbau beruflicher Bildung für eine nachhaltige Entwicklung gewährleistet werden kann.

Ökologische Gewerkschaftspolitik, die im Rahmen des Projektes weiter vorangebracht werden soll, zielt darauf ab, Lösungen für Nachhaltigkeitsdilemmata im Bereich Arbeit und Ökologie zu entwickeln. Ihr Ziel ist es, Transformationsprozesse in der Arbeitswelt anzustoßen, welche sowohl sozial als auch ökologisch nachhaltig sind. Ein solches um ökologische Nachhaltigkeit erweitertes Anforderungsprofil an Gewerkschaftspolitik erfordert neue Kompetenzen. Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Transformationskompetenzen von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern im Umgang mit bestehenden Nachhaltigkeitsdilemmata sowie den Unsicherheiten potenzieller Lösungswege zu stärken.

Um das Projektziel für die Zielgruppe der Betriebsrätinnen und Betriebsräte und gewerkschaftliche Vertretungen bestmöglich umzusetzen, ist folgender Ablauf geplant:

Bestandsanalyse: Hier werden Nachhaltigkeitsdilemmata von Gewerkschaftsarbeit auf betrieblicher Ebene herausgearbeitet. Das methodische Vorgehen beruht auf einer umfangreichen Literaturrecherche und Expertinnen und Experteninterviews mit Betriebsräten und Gewerkschaftssekretärinnen.

Methodische Umsetzung zur Ko-kreativen Lösungsentwicklung: Die in der Bestandsanalyse entwickelten Nachhaltigkeitsdilemmata stellen die leitende Problemstellung im ko-kreativen Design-Thinking-Prozess dar. Die Teilnehmenden aus Gewerkschaften und Umweltbewegung entwickeln hierbei Prototypen einer ökologischen Gewerkschaftspolitik auf betrieblicher Ebene.

Fortbildung zum Thema „Ökologische Gewerkschaftspolitik“: Kern des Projekts ist die Ausarbeitung einer Fortbildung für Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aufbauend auf der Bestandsanalyse und den Lösungsansätzen. Sie folgt dem Ansatz transformativer Bildung, der sich u. a. dadurch auszeichnet, dass darin situationsspezifische Lösungsstrategien entwickelt werden. Das kann bezogen auf Dilemmata und Unsicherheiten z. B. die Beschäftigung mit der Beschleunigung von unsicheren Investitionen in nachhaltige Produktionsweisen (u. a. grüner Stahl, E-Mobilität, Wasserstoff) unter Aufrechterhaltung betrieblicher Mitbestimmung und dem Erhalt guter Arbeitsplätze bedeuten. Die Fortbildung „Ökologische Gewerkschaftspolitik” gliedert sich entsprechend des experimentellen Lernens in vier Teile: Problemanalyse, Visionsentwicklung, Praxisprojekt und Evaluation. Kernzielgruppen sind Betriebsräte und aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter von kleinen und mittelgroßen Unternehmen sowie die Gewerkschaftssekretärinnen der jeweiligen Branchen.

Evaluation: Die Umsetzung der Fortbildung wird wissenschaftlich begleitet, durch qualitative Interviews mit den Teilnehmenden, teilnehmende Beobachtung während der Fortbildungswoche sowie der Begleitung der Praxisprojekte. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit der Lehrkräftebildung der TU Berlin. Die Ergebnisse dienen als Basis, um den Modellcharakter der Bildungsmodule sicherzustellen.

Das Projekt zeichnet sich insbesondere durch die besondere Zielgruppe der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter und die innovativen Lernformate (u. a. Ko-Kreation) aus. Indem Gewerkschaften und Umweltakteure zusammen mit ko-kreativen Methoden Prototypen ökologischer Gewerkschaftspolitik entwickeln, werden neue Brücken geschaffen. Die Dokumentation der Fortbildung und ein Methodenheft garantieren die Modellhaftigkeit und künftige Durchführung der Fortbildung in weiteren gewerkschaftlichen Bildungswerken.

Laufzeit und Finanzierung

Das Projekt läuft vom 01.03.2021 bis zum 31.03.2023. Es wird im Rahmen der Förderrichtlinie Education for Sustainable Development 2030 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit insg. 205.515 EUR gefördert.

Kooperations- und Praxispartner

Education for Sustainable Unionists wird von der Technischen Universität Berlin (Fachgebiet Arbeitslehre/Ökonomie und Nachhaltiger Konsum (ALÖNK)) im Verbund mit dem NELA. Next Economy Lab durchgeführt. Praxispartner sind das IG Metall Bildungszentrum Beverungen, der IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen, die IG Metall Wolfsburg, der Betriebsrat von ZF Schweinfurt sowie die evangelische Akademie Tutzing. Unterstützt wird das Projekt weiterhin durch die IG Metall Vorstandsbereiche Gewerkschaftliche Bildungsarbeit und Zukunft der Arbeit, die Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE, die tarifpolitische Grundsatzabteilung der ver.di, das Referat Arbeitswelt und gesellschaftlicher Zusammenhalt des DGB und die Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt der TU Berlin.

Ansprechpartner/innen an der TU Berlin

Verbundprojektleitung: Gerrit von Jorck ()

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Berlin: Tanja Brumbauer ()

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